Schützt alle Personen gleichzeitig und hat bei Arbeiten in der Höhe grundsätzlich Vorrang.
Kommt zum Einsatz, wenn Kollektivschutz nicht möglich oder nicht vorgeschrieben ist.
Hinter jeder funktionierenden Absturzsicherung steckt eine sorgfältige Planung. Abstände, Anschlagpunkte und Systemverlauf müssen exakt aufeinander abgestimmt werden, damit Menschen jederzeit sicher arbeiten können.
Anschlagpunkte dürfen in der Regel maximal 7,5 m voneinander entfernt sein. Grössere Abstände führen zu einer stärkeren Seilauslenkung und können die Rückhaltung sowie den erforderlichen Freiraum im Sturzfall erheblich beeinflussen.
Was bedeutet das genau?
Ganz einfach: Stehen Arbeiten an, die maximal zwei Personenarbeitstage umfassen (z. B. zwei Personen für einen Arbeitstag oder eine Person für zwei Arbeitstage), dürfen diese unter bestimmten Voraussetzungen ohne aufwendige Kollektivschutzmassnahmen ausgeführt werden. In diesen Fällen kommt die Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) zum Einsatz.
Überschreiten die Arbeiten die Grenze von zwei Personenarbeitstagen, ist in der Regel ein Kollektivschutz vorgeschrieben. So wird sichergestellt, dass bei grösseren oder länger dauernden Arbeiten jederzeit das höchstmögliche Sicherheitsniveau eingehalten wird.
Eine Absturzsicherung schützt nur dann zuverlässig, wenn sie sicher erreicht und benutzt werden kann. Deshalb müssen auf Photovoltaikanlagen ausreichend breite Verkehrswege und Wartungsgänge eingeplant werden. Sie ermöglichen nicht nur den sicheren Zugang zur Absturzsicherung, sondern erleichtern auch Wartungs-, Kontroll- und Reparaturarbeiten an der Solaranlage.
Bereits in der Planungsphase sollten diese Bereiche berücksichtigt werden, damit alle Anlagenteile jederzeit sicher und ohne Beschädigung der Module erreicht werden können.
Auf Metalldächern können grosse Schneemengen ins Rutschen geraten – insbesondere, wenn der Schnee nass und schwer wird. Damit Seilsysteme dauerhaft funktionsfähig bleiben, müssen sie deshalb durch einen Schneefang geschützt werden. Dieser wird je nach Situation direkt oberhalb oder unterhalb des Seilsystems angeordnet und verhindert, dass abrutschende Schneemassen auf das Edelstahlseil treffen.
Friert das Seil im Schnee fest und gerät die Schneelast ins Rutschen, wirken enorme Kräfte auf das System. Dadurch können Kraftbegrenzer auslösen und Anschlagpunkte dauerhaft verformt werden. Ein beschädigtes Seilsystem darf anschliessend nicht mehr verwendet werden und muss instand gesetzt werden.
Wichtig: Diese Anforderung betrifft Seilsysteme. Einzelanschlagpunkte und Dachhaken sind davon in der Regel nicht betroffen.